Sölde, Germany - Polarsteps

Der heutige Tag war kein Deut besser als der gestrige. Auch Dortmund war nicht besser als Bochum. Die Außenbezirke dieser Städte sind einfach erbärmlich. Umso überraschender war die wirklich große und lange Einkaufsmeile der Stadt. Vor allem war dort die Hölle los. Ich habe selten so viele Menschen sich durch die Straßen schieben sehen. Dafür, dass ich das Gefühl hatte im Armenhaus Deutschlands gelandet zu sein, war das schon beachtlich. Doch niemand nahm Notiz von mir, niemand sprach mich an, niemand wollte irgendetwas wissen. Ich finde das schon auch ein wenig frustrierend, wenn wirklich hunderte von Menschen hinter meinem Banner herlaufen und sehen was ich mache und es zu keiner Reaktion kommt. Ich würde mir oft wünschen, wenigstens ins Gespräch zu kommen. auf der anderen Seite zeigt es mir aber, dass all diese Menschen wohl nicht vom Thema Suizid betroffen sind oder waren. Das ist ja dann auch wieder gut und eigentlich auch besser, als ein Plausch mit mir. Irgendwann sprach mich ein offensichtlich obdachloser Mann an, fragte nach was ich machte, ich erzählte ihm ein wenig was davon, dann gab er mir Tipps wo ich in der Stadt kostenlos schlafen kann, wo ich kostenlos essen bekomme, wo ich kostenlos duschen könnte. Das fand ich sehr nett aber da wollte ich nicht hin. Ich möchte Obdachlosen definitiv nichts wegnehmen und habe ja auch ein wenig Geld, bzw. mein Zelt usw. Auffallend war, dass auf der Fußgängerzone im Abstand von ungefähr 50 m Obdachlose, Punks und irgendwelche Menschen rum saßen, die einen Hut aufgestellt hatten und die auf Spenden warteten. Wie ich sehen konnte kamen diese Spenden auch. Ich habe mir wirklich kurz überlegt, ob ich mich nicht auch mal auf die Straße setze und es einfach teste mit meinem Wagen und mit meinem Schild und vielleicht kommt ja auch der eine oder andere Euro rein, den ich ja auch gut gebrauchen könnte. Einfach nur um zu wissen, ob das eine Notfalloption wäre. Hier kennt mich ja auch keiner, was es mir einfacher machen würde. In Städten wie Hamburg, Frankfurt, Berlin und München, kenne ich viel zu viele Menschen. Das wäre nichts. Dann würde es heißen: Der Dieringer sitzt auf der Straße und bettelt, was ist nur aus ihm geworden? Aber ganz ehrlich, auch so ein Test kostet mich enorm Überwindung, weil ich eigentlich in diese Position nicht kommen möchte. Ich möchte auch nicht betteln. Eigentlich möchte ich, dass die Leute aktiv auf mich zukommen und sagen, dass es toll ist was ich mache und ich Dir dafür etwas gebe. Ich möchte eigentlich nicht Geld dafür haben, dass ich einfach irgendwo sitze unten einen Hut aufstelle. Nichtsdestotrotz musste ich mich irgendwann auf eine Bank setzen. Nach 5 Minuten stand plötzlich ein Mädel vor mir und fragte mich, ob ich nur so rum sitze oder ob ich auch Spenden annehmen würde. Als ich sagte "ja ich nehme auch Spenden an, aber im Moment sitze ich auch nur so rum", drückte sie mir 2 € in die Hand, grinste und lief weiter. Vielen Dank dafür. In Dortmund hatte ich mehr Glück, eine couch für die Nacht zu finden. Schon die erste Anfrage war von Erfolg gekrönt. Burkhardt wohnte allerdings 10 km entfernt in Sölde und da musste ich dann hin laufen. Burkhard erwartete mich schon mit einem kühlen Bier mit stärkender Pasta. Burkhard ist ein weitgereister Mann und wir haben einige Gemeinsamkeiten entdeckt. Dadurch wurde es zu einem sehr netten Abend und wir haben viel erzählt. Vielen Dank Burkhard Gestern und heute: https://www.facebook.com/mario.dieringer/videos/vb.1568946835/10216388736822202/?type=3 ---------------------------------------------------------------------------------------------------- It was in the morning at 4 a clock, when I was waking up, because it was dripping in my face. I hoped it will be a squirrel peeing on me.... but no, it was rain and it got stronger and stronger from second to second. So I jumped out of my hammock to build up my tent in the darkness. Somehow I made it before the heavy rain hit me too bad. At the end it was raining until 10 in the morning and at 11 I was finally back on the road. I am not getting my stuff together if it's raining. I rather sleep than. The hike to Dortmund was so unpleasant as the day before to Bochum. Terrible ..... the outskirts are really terrible. In Dortmund center a homeless man gave me tips where to stay the night, where to eat for free and all those things. So nice, but I wanted to leave the city so fast as possible. On the shopping street thousands of people could see me, but none did or wanted to. It was so crowded. But do you think that anyone would be interested? Not one..... only one lady came up to me to give me 2 Euros when I was sitting down to make a rest. I looked like one of the many homeless people who were hanging around there. .... While checking my gps I noticed that the next 15 km are not offering anything to camp, so I asked on couch surfing for a bed. I was lucky. The first person, Burkhard, responded in minutes. There were only 10 km between him and me..... I managed that too, and we spent a great evening together with really nice conversations.
  1. MarioDieringer
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