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El Tapado, Colombia - Polarsteps

650kg Kaffeekirschen = 83kg geröstete Bohnen Die Kirschen werden von Hand geflückt, denn die Maschine kann die roten von den grünen nicht unterscheiden. Auch die von Insekten befallenen Bohnen werden von Hand aussortiert. Die Bauern dieser Farm arbeiten 18h am Tag. Die Kirschen müssen geflückt werden, die Schale entfernt, die Bohnen gewaschen und anschließend über Tage bis hin zu einer Woche getrocknet werden. Tag und Nacht muss jemand darauf achten, ob es anfängt zu regnen, um die Bohnen vor dem nass werden zu schützen und in dem Fall das Dach zu schließen. Die trockenen Bohnen werden nach guten und schlechten Bohnen sortiert. Schlechte Bohnen werden zu Instantkaffee verarbeitet oder so dunkel geröstet, dass die schlechten Bohnen nicht mehr rauszuschmecken sind. Die Bohnen werden in eine Anlage gebracht, in der die zweite Schale entfernt wird. Erst nach all dem können die Bohnen geröstet oder importiert werden. Eine Pflanze wird bis zu 21 Jahre genutzt, dann muss sie ersetzt werden. Die Finka hat aktuell um die 18.000 Kaffeepflanzen. Dieses Jahr wurden 5.000 dazu gepflanzt. Zusätzlich haben sie Orangen, Avocados, Mangos, Bananen, Zucchinis und und und, die zwar nicht verkauft werden, aber Arbeit kosten, weil die Bauern darauf angewiesen sind sich von ihnen zu ernähren. Eine Milchkuh lebt auch auf dem Hof, die von Hand gemolken wird. Außerdem habe ich mir sagen lassen: Brasilien = Quantität Kolumbien = Qualität -> Das kommt daher, dass brasilianische Kaffeebauern auch die noch grünen Kaffeekirschen verwendet und Maschinen zum Pflücken nutzt, um mehr Kaffee zu verkaufen, während kolumbianische Bauern auf die reifen roten Kirschen warten und per Hand pflücken, um qualitativere Bohnen zu ernten. Brasilien steht auf Platz 1 im Exportieren des Kaffees, Kolumbien hingegen auf Platz 1 im Geschmack. Aus der roten Schale kann Wein gemacht werden, der Stamm der Kaffeepflanze kann als Feuerholz genutzt werden und die zweite Schale wird als Einstreu für die Tiere genutzt. Es wird also alles genutzt, was an der Kaffeepflanze dran ist. Für den ganzen Prozess verdienen die Bauern 6,24€ pro Kilo gefertigten Kaffee. Mindestens 3 bis zu 10 Menschen arbeiten hier, das Geld wird also aufgeteilt. Die Bäuerin sagte dazu „Die Menschen in der Stadt haben Geld, wir nicht. Aber das ist egal, weil wir glücklich sind.“ Der Kaffee ist keine sichere Einnahmequelle für die Menschen, weil die Preise ständig steigen und sinken. Deshalb bieten sie inzwischen Touren für Touristen an. Denk daran, wenn du das nächste mal Kaffee trinkst, weil Kaffee so viel mehr wert ist als man denkt. Und vielleicht schließt du mal die Augen während du ab und zu den Kaffee als Espresso oder schwarz probierst, weil eigentlich ist er viel zu schade für Milch. 🫶🏼

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