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Freie Waldorfschule Auf der Alb
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Bergwelt im Wandel: Exkursion A: Maloja + Fornotal
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Nr.3: Der Malojapass im Überblick: der Belvedere
Maloja District, Switzerland - Polarsteps
Der Aussichtsturm ist der Rest einer romantischen Burganlage des Grafen Renesse. Von hier aus lässt sich gut die Landschaft des Malojapasses überblicken.
1. Die Gebirgsmassive:
Der Malojapas liegt im Übergang von vier verschiedenen Gebirgsmassiven: (siehe 1. Abbildung).
Die Gebirgsmassive haben jeweils einen sehr unterschiedlichen Charakter, aufgrund ihrer vorherrschenden Gesteine. Einen Überblick gibt die Tabelle (2. Abbildung)
2. Die Talverläufe im Umfeld des Malojapasses:
Über dem Malojapass liegt der Piz Lunghin. Hier befindet sich die einzige Dreifachwasserscheide der Alpen. Die Täler nach Norden führen über den Rhein in die Nordsee. Der junge Inn stürzt über einen schmucken Wasserfall in das breite, flache Tal des Oberengadins und entwässert über die Donau ins weit entfernte Schwarze Meer. Das Fornotal und das Val Maroz sind auf das Inntal hin ausgerichtet, wurden aber in der Erdgeschichte von der Mera angezapft und nach Süden abgelenkt. Durch die nahe Erosionsbasis des Mittelmeeres entstand ein steiler, tiefer Talverlauf. Auf der Karte der 3. Abbildung lassen sich die Talverläufe nachvollziehen.
3. Der Malojapass – eine Wetter- und Vegetationsscheide
Auch in Bezug auf das Klima und die Pflanzenwelt stellt der Malojapass eine eindrückliche Scheide dar.
Im Süden, im Meratal überwiegen die dunklen Fichtenwälder. Im Engadin sind es die lichten Lärchenwälder, die örtlich von stämmigen Arven durchsetzt werden. Fichten wachsen eher in feuchtem, mäẞig kaltem Klima. Lärchen werfen im Winter die Nadeln ab und kommen mit trocken-kaltem Kontinentalklima, sowie mit trocken-warmen Sommern klar. Kiefern kommen mit dünnen, mageren Böden klar. Deswegen überwiegen sie auf den Felsen des klimatisch rauen Malojapasses.
Die Vegetation spiegelt die Klimaverhältnisse im Umfeld des Malojapasses:
Während am Abfall des Passes auf der Alpensüdseite die feuchte Luft bei Föhnwetterlagen aufsteigt und abregnet, sind die Inneralpen (Engadin) meist im Regenschatten und Sonnen begünstigt.
Im Sommer weht stets ein frisches Lüftchen über den Malojapass. Da die Landschaft beidseits des Passes sehr unterschiedlich ist, bauen sich hier lokale Druckgegensätze auf. Es gibt einen Höhenunterschied von 1000m auf kurzer Stecke. Die Luft an den hoch gelegenen, dunklen Felswänden im Engadin erwärmt sich schneller, sodass dort tagsüber ein Hitzetief entsteht. Die in gleicher Höhenlage kältere Luft über dem Bergell strömt zum Druckausgleich nach, sodass der eher frische Malojawind entsteht, wie auf der 4. Graphik veranschaulicht.
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