1. Freie Waldorfschule Auf der Alb
  2. Bergwelt im Wandel: Exkursion A: Maloja + Fornotal
  3. A2a: Serpentinitfundstelle

Maloja District, Switzerland - Polarsteps

Sobald man nach der Cavlocalm den Weidezaun passiert, liegen im Schotter des kleinen Bächleins und im Hanganschnitt neben dem Weg grün schillernde, zum Teil gemaserte Gesteine. Sie erinnern an eine gründliche Schlangenhaut. Im Lateinischen heißt "serpens" Schlange, daher der Name Serpentinit. Das Gestein ist recht weich, lässt sich sogar drechseln und diente früher zur Herstellung von steinernen Töpfen oder Öfen. Es ist anzunehmen, dass das Val del Forno, das Ofental, dieser Verwendung der Serpentinite seinen Namen verdankt. Serpentinite leiten die Wärme schlecht; sobald sie allerdings warm sind, halten sie die Wärme wiederum ausgezeichnet, was sie zu einem gesuchten Ofenstein machte. Serpentine werden heute eigentlich tief unter dem Ozeanboden entdeckt, wenn Wasser im Zusammenspiel von Druck und Hitze in tiefere Schichten der ozeanischen Kruste (an Mittelozeanischen Rücken und Subduktionszonen der Fall) dringt und diese in ein chemisch wasserreiches, weiches, spezifisch leichteres Serpentinitgestein umwandelt. Da dieses nun leichter als die Gesteinsumgebung ist, steigt es oft domartig auf und durchsetzt so auch obere Teile der ozeanischen Kruste. Die Tatsache, dass wir es hier mitten in den Alpen finden, ist somit ein erster Hinweis, dass im Fornogebiet unter anderem auch ehemalige, umgewandelte Ozeanbodengesteine vorkommen. Unter den Drücken der Alpenbildung bekam der Serpentinit möglicherweise die stellenweise faserige Struktur. War er besonders starken Drücken im Stressfeld sich übereinander schiebender Platten ausgesetzt, so entstanden in ihm Linsen mit grünlichen metamorphen Mineralen, den Aktinolithen zu Deutsch, Strahlsteinen. Auch diese Linsen sind mit etwas Glück in dem Bächlein zu finden. Sie stehen in den Felswänden an der Nordflanke des Murettopasses an. Als zunächst weiches, Gleitmittel zwischen zwei alpinen Decken, kristallisierte hier der Serpentinit unter den hohen Drücken und Temperaturen zu dem härteren Aktinolith um.

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