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Europa Teil 3
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Piraeus
Piraeus, Greece - Polarsteps
Schiff ahoi
Eigentlich wollen wir den Tag nutzen um noch die Cave of the Seal anzuschaun. Durch das Regenwetter der letzten Tage wurden allerdings die unbefestigten Abschnitte der Küstenstraße zu regelrechten Schlammpisten. Den Parkplatz von wo aus wir zur Höhle wollten haben wir noch gut erreicht, aber schon nach wenigen Metern Fußmarsch bleiben uns die Erdklumpen an den Schuhen kleben, dass wir diesen Ausflug abbrechen.
Wir kratzen den groben Dreck von den Schuhen und wollen weiter nach Schinos, um von hier den Weg nach Athen einzuschlagen. In einer Steige auf der schlammigen Straße kommt unser Frido dann aber ins Schwimmen und fährt sich schließlich fest. Beim Versuch das Auto wieder flott zu bekommen rutschen wir immer mehr in Richtung Straßenrand ab, es geht nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts - fast.
Fini hat erstmal genug, ich setze mich hinters Steuer und irgendwie kommen wir wieder in die Straßenmitte, können den Hang runter rollen und nach einigen hundert Metern im Rückwärtsgang, in einer Kurve wenden.
So bekommt man den Mittag auch rum.
Wir wechsel wieder und Fini fährt zurück bis Loutraki. Ab Isthmia nehmen wir die Autobahn 8 nach Osten. Unser Fahrabenteuer soll für heute aber noch nicht genug sein. Nach wenigen Kilometern werden wir wegen Bauarbeiten von der Autobahn geleitet, jetzt wissen wir auch warum wir keine Mautgebühr zahlen mussten. Die Ausweichstrecke ist entsprechend überlastet und schließlich ganz zu. Wir brauchen etwa zwei Stunden mehr bis wir den Vorstadtgürtel von Athen erreichen, als angenommen.
Im Stadtgebiet Egaleo halten wir an einem großen Einkaufszentrum, hier gibt es unter anderem einen Decathlon. Wir füllen unseren Vorrat an Gaskartuschen auf und ich investiere in einen neuen Klappstuhl, weil mein alter, von der Fußball-WM 2006, mehr und mehr auseinanderfällt. Nebenan kaufen wir noch Brot, etwas Käse, Salami und Milch in einem Supermarkt. Zurück auf dem Parkplatz vespern wir, packen unsere Sachen für die Nacht in die Rucksäcke und machen uns dann auf in den Endspurt zur Fähre.
Der Stadtverkehr ist schnell und turbulent, immer wieder schnattern Roller links und rechts an uns vorbei. Fini bringt uns trotzdem sicher an den Hafen von Piräus. Hier erwartet uns das nächste Abenteuer. Auf unseren Online-Tickets steht Gate E3, auf einer LED-Anzeige sehen wir im vorbeifahren allerdings: Heraklion auf Kreta E2. Ja was denn jetzt? Im Verkehrsfluss geht Alles ganz schnell. Plötzlich stehen wir vor der Rampe in den Bauch einer riesigen Fähre und werden von einem ungeduldig winkenden Reederei-Mitarbeiter an Bord gelots. Sind wir richtig? Nächster Halt Izmir? Kontrolliert wurden unsere Tickets bisher nicht. Aber ja, passt. Wir werden registriert und über eine weitere Rampe ein Deck nach oben geschickt. Hier darf Fini noch wenden und Frido sicher zwischen den anderen Fahrzeugen abstellen.
Gefahren ___.___.143 km
+ Übertrag ___.__3.543 km
= Total ___.__3.686 km
An der Rezeption gleicht eine Mitarbeiterin die Passagierliste mit unseren Fahrkarten ab und wir werden zu unserer Kabine geleitet. Zwei Kojen, ein kleines Tischen, ein Schrank und eine Spiegelkommode stellen die Inneneinrichtung. In einer seperaten Nasszelle haben wir unser Waschbecken, eine Toilette und eine Dusche. Kurz um, es ist alles da, was wir für die Nacht brauchen. Wir haben lange überlegt, ob wir das Geld für eine Kabine investieren sollen, für Flips haben wir uns schließlich dafür entschieden. Alternativ hätte er die Überfahrt von acht bis neun Stunden in einem Käfig mit Blechboden auf dem Außendeck verbringen müssen, da Hunde offiziell in den öffentlichen Aufenthaltsbereichen nicht zugelassen sind. In einer Hand voll Kabinen sind Haustiere eben gestattet.
Wir machen es uns in den Kojen mit einem Bier gemütlich, spielen Skyjo und nutzen die eine belebende Dusche. Mit Flips drehen wir zum Beine vertreten eine Runde über das Außendeck, hier ist während der Sommermonate sogar eine Bar und ein Pool in Betrieb. Später schlendern wir abwechselnd noch durch das Bordbistro und erkunden, was es sonst noch gibt. Ein kleiner Shop, ein weiteres Restaurant, eine Bar, die auch als Disco oder Kino genutzt werden kann und auch ein feierlicher Altar. Viele Reisende haben es sich mit ihren Jacken oder auch Decken auf, beziehungsweise zwischen den Sitzgruppen gemütlich gemacht. Wir sind zugegeben schon froh über unsere kleine Kajüte.
Die Nacht wird unruhig. Flips schlägt immer wieder an, in den Kojen macht sich der Seegang bemerkbar und im Laufe der Zeit wird es stickig und immer wärmer. Dazu kommt das anhaltende Brummen der Motoren. Kurz vor sechs klingelt der Wecker, wir machen uns frisch, packen zusammen und begeben uns nach der entsprechenden Lautsprecheransage aufs Autodeck. Frido hat die Überfahrt gut überstanden und zehn vor sieben rollen wir im Hafen von Heraklion von der Fähre. Geschafft.
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