1. Europa Teil 3
  2. Gjirokastra

Gjirokastra, Albania - Polarsteps

Auf der Burg Ein Bergpass hinter dem Stausee führt uns nach Osten ins Tal des Drino. Wir biegen auf die SH4 ein und folgen ihr, flussabwärts bis Gjirokastra. Das Städtchen lassen wir zunächst links liegen, etwas außerhalb fahren wir auf den Ora Rv Camping Parkplatz. Aus der kleinen Bar kommt auch gleich ein junger Mann auf uns zu, begrüßt uns freundlich in gutem Englisch und heißt uns willkommen. Er erklärt kurz wo wir Frido abstellen, können, wo Duschen und Toiletten sind und bringt uns kurz darauf einen Begrüßungsdrink. Von seiner Mutter gemachten Glühwein. Kalt zwar, aber lecker abgeschmeckt. Gefahren ___.___._35 km + Übertrag ___.__6.471 km = Total ___.__6.506 km Es ist Sonntag, wir machen unser wöchentliches Rühreifrühstück. Danach hole ich mir bei unserem Gastgeber noch ein paar Tipps zu Gjirokastra und wir machen wir uns auch schon in Wanderstiefeln auf den Weg das Städtchen zu erkunden. Wir bekommen schnell den Eindruck, dass wir hier vermutlich die einzigen Touris zur Zeit sind. Alles wirkt etwas verbaut und unaufgeräumt. Das ändert sich auch nicht, als wir von der großen Straße in Richtung Altstadt abbiegen. Es geht steil und langgezogen den Hügel hinauf. Irgendwann gehen heruntergekommene Plattenbauten in heruntergekommene Natursteinhäuser über. Eine fließende Grenze. Eine Struktur ist nicht wirklich erkennbar. Links von uns verläuft ein kleiner Bach in einer schmalen Klinge. Die steilen Uferböschungen und der Wasserlauf selbst sind voller Schrott und Abfall. Irgendwann stehen wir scheinbar in einer Sackgasse, nirgends sind Leute zu sehen oder ein Anzeichen für den Bazaar, also die Fußgängerzone. Eine schmale, bröckelnde Betontreppe führt aus der Gasse hinaus. Wir folgen ihr. Oben stehen wir hinter einem größeren Gebäude, das wir nicht zuordnen können. Davor, auf unserem Weg ein riesen Haufen Bauschutt und einige Glasscherben auf dem Boden. Wir biegen um die Ecke des Gebäudes, hier steht eine große, steineren Büste eines bärtigen Mannes im Rasen. Wir können nicht erkennen wer es ist und beschrieben ist die Figur auf albanisch. Schließlich blinzeln wir doch noch auf die Karte im Handy und finden eine Gasse die weiter nach oben in die Fußgängerzone führt. Unter einem Treppenaufgang stürmt plötzlich, mit wütendem Gebell eine Mischlingshündin auf uns zu. Sie ist etwas kleiner als Flips und im Hintergrund tummelt sich ein Welpe. Offenbar sieht sie in unserem ahnungslosen, etwas verdutzt wirkenden Perro eine Bedrohung für ihren Nachwuchs. Weil es mir durch den Anstieg warm wurde, hatte ich meine Jacke über die Schulter gehängt und wendle damit einmal gemächlich nach der Hundedamem, mit der Absicht sie zu verdcheuchen. Ihr gefällt das gar nicht und sie verbeißt sich knurrend im Bund. Nach fünf, sechs Metern lässt sie ab und an der nächsten Kreuzung dreht sie dann auch um. Ihr Welpe kläfft noch zweimal hinter uns her, dann trollen sie sich. Kurz darauf, eine Gasse weiter, wir überlegen gerade ob wir uns auf den Schreck in ein Café, oder gleich in eine Bar, setzen wollen, da kommen vier große, struppige Streuner auf uns zu getrabt und verbellen Flips, dass der Speichel fliegt. Ein paar Männer der kleinen Geschäfte um uns herum reden auf die Meute ein und wir gehen zügig weiter. Einen Bummel durch den Bazaar schminken wir uns erstmal ab. Also spazieren wir nochmal weiter den Hügel hinauf und stehen dann vor dem Tor zur Festung. Für umgerechnet vier Euro Eintritt pro Nase (ausgenommen die von Flips) dürfen wir durchs Drehkreuz. Unser Gastgeber vom Ora Rv Camping hatte zur Festung gesagt, sie sei die größte auf dem Balkan. Überprüft haben wir das nicht, aber wir sind so oder so beeindruckt von dem mächtigen Gemäuer. Unter Rundbögen stehen verschiedene Feldgeschütze der jüngeren Vergangenheit, über den Mauern alte Kanonen. Wir können große, mittelalterliche Backöfen aus osmanischer Zeit und einen fast lichtlosen Kerkerraum besichtigen. Der Blick von der Bastion zeigt einen Rundumblick über das Tal, mehrere Kilometer flussauf- und abwärts. Hier steht auch ein Uhrturm, deren Glocke soll der Legende nach noch in Ioaninna zu hören sein, circa siebzig Kilometer südöstlich von hier. Insgesamt sind wir rund eineinhalb Stunden in der Festung unterwegs. Wer in Gjirokastra vorbeikommt sollte sich diese Anlage nicht entgehen lassen. Auf dem Weg zurück durch die Stadt werden wir wieder von den Hunden in die Mangel genommen. Mit gefletschten Zähnen und lautem Bellen rücken sie uns auf die Pelle, kein schönes Erlebnis. Die Dörfler halten auch diesmal die Augen offen, danke dafür und wir lassen Gjirokastra mit gemischten Gefühlen hinter uns. Zurück bei Frido schenken wir ein Sonntagsweizen ein, das von Elbar schmeckt überraschend gut, Fini bastelt noch eine leckere Portion Gschmorgl mit Apfelkompott zusammen und wir genießen am Abend die heiße Dusche. Über Nacht regnet es sich stark ein, beim Wasserkanister füllen am nächsten Vormittag ist meine Jacke nach kurzer Zeit klatschnass, durch geht aber nichts. Für den Stellplatz zahle ich fünfzehn Euro, bedanke mich und wir fahren durch strömende Regenschauer weiter nach Norden.

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