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Europa Teil 3
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Patok
Fushë-Kuqe, Albania - Polarsteps
Die Lagune von Patok
Heute fahren wir parallel zur Küste ein Stück weiter nach Norden, unser Ziel ist die Lagune von Patok auf Höhe des Städtchen Laç an der Mündund des Lumi Mat.
Wir parken hinter einem Restaurant, laut Park4Night können wir hier übernachten, wenn wir im Lokal einkehren. Hier steht auch ein neues, sehr sauberes Sanitärhäuschen, allerdings ohne Duschen. Es ist noch früh am Tag und wir wollen mit Flips einen Spaziergang machen. Ich sage im Restaurant kurz Bescheid und melde uns zum Abendessen an. Wir können bleiben.
Gefahren ___.___._65 km
+ Übertrag ___.__6.816 km
= Total ___.__6.881 km
Auf unserer Runde entdecken wir, dass viele der Restaurants hier in der Lagune kleine, auf Stelzen gebaute Holzhäuschen im Wasser stehen haben die Platz für jeweils einen Tisch haben. Das gefällt uns und Fini wird prompt beim Fotografieren von einem Keller auf deutsch angesprochen. Kurz darauf finden wir uns dann in einer der Hütten wieder, ein Elektroheizer läuft und wir essen Pommes, fritierte Tintenfischringe und Garnelen.
Der Snack war herzhaft und liegt etwas im Magen. Zurück am Bus ruhen wir uns deshalb erstmal etwas aus. Später drehe ich mit Flips nochmal eine Runde in die andere Richtung als am Vormittag. Wir beobschten an einer Brücke, die über einen schmalen Kanal führt, wie zwei Fischer mit einem Hebenetzt arbeiten. Dazu lassen sie ein quadratisches Netz mit vielleicht drei Metern Seitenlänge an einem Seil, das über Umlenkrollen an einem Metallausleger entlang läuft immer wieder ins Wasser um es nach zwei, drei Minuten wieder schnell nach oben zu ziehen. Solange wir zuschauen, bleibt das Netz leider leer. Die Ausleger, auch welche aus Holz, sind uns auf dem Weg durch die Lagune immer wieder aufgefallen, jetzt habe ich die Fangmethode auch mal in Aktion gesehen.
Zwischen sechs und halb sieben am Abend, Flips ist gefüttert und kann es sich im Frido gemütlich machen, gehen wir also ins Restaurant Brilant. Hier stehen bestimmt an die hundert Tische, in der Saison muss hier also ganz schön was los sein. Zwei Tische sind besetzt, entsprechend kommen wir uns etwas verloren in dem großen Lokal vor. Wir bekommen die Karte und stellen fest, dass außer den Überschriften Alles ausschließlich auf albanisch drin steht. Erstmal kein Problem, wir können mit unserem Router und den Handys wie gewohnt übersetzten, bis dem Akku von unserem kleinen Helferlein die Puste ausgeht. Was wir noch rauslesen konnten war eine Portion Gemüse mit Fisch, die wir auch für Zwei bestellen. Dazu einen Salat, eine Suppe und eine Portion Gemüsereis extra. Zu trinken wählt Fini eine kleine Karaffe Weißwein, ich ein Schwarzbier.
Die Getränke gibt es gleich, wenig später bekommen wir das Essen serviert. Es ist mehr als reichlich und die Sachen sind richtig lecker abgeschmeckt. Als wir schon fast fertig sind kommt eine größere Gesellschaft ins Restaurant, ein Mann grüßt uns und möchte wissen woher wir sind. Sie feiern heute den ersten Geburtstag seiner Tochter. Kurzerhand greift er sich Finis Glas Raki, den wir inzwischen bestellt hatten und schnuppert daran. Der sei gut, meint er und dass er die Kurzen überneme weiß der Keller bereits. Ja danke dafür, da schmeckt das Verdauerchen gleich noch besser.
Mit unseren letzten Lek bezahlen wir die Rechnung, umgerechnet etwa fünfundreißig Euro, einschließlich Trinkgeld und lassen uns kurz darauf satt und zufrieden ins Bett fallen. Morgen wollen wir weiter in Richtung Grenze oder vielleicht schon darüber hinaus nach Montenegro.
Unser Fazit zu Albanien:
Die Leute sind sehr freundlich, grüßen und winken zurück. Die meisten Straßenhunde dagegen weniger. In Gjirokastra haben wir uns zwischenzeitig gefragt, ob wir mit Flips an einem Stück zurück kommen, übertrieben gesagt. Eine Hündin hatte sich kurz in meiner Jacke verbissen, passiert ist letztlich nichts, aber es bleibt im Gedächtnis.
Wir erleben Albanien, wie zuvor oft gehört und gelesen, als ein Land der starken Gegensätze, Eselkarren fahren neben aufpolierten Limousinen über die Straßen, Blechhütten und Bauruinen stehen neben Wellness-Tempeln.
Die Polizei ist sehr präsent, der Verkehr zum Teil äußerst anspruchsvoll. Manche Straßen wären bei uns eher Feldwege. Einmal mussten wir rund siebzig Kilometer extra fahren, weil eine Schotter-Straße so voller Schlaglöcher und durch anhaltenden Regen zuvor eine Nummer zu wild für uns war und wir umgedreht haben.
Daneben gibt es aber auch tolle kleine Städchen und beeindruckende Burgen, die von einer bewegten Geschichte zeugen. In Berat hat uns ein Einheimischer durch die Festungsanlage geführt. Er meint, dass sich Albanien schon immer gegen Besatzer und mächtige Nachbarn durchsetzen und für seine Freiheit einstehen musste. Angefangen bei den Griechen und Römern, über die Bulgaren und später die Osmanen, bis zum Ende des Kommunismus im Land 1991.
Dazu kommt eine wunderschöne Natur mit hohen Bergen und reißenden Flüssen. Gerade stehen wir bei Patok an der gleichnamigen Lagune zwischen dutzenden Fischrestaurants. Um uns herum das Meer, am horizont schneebedeckte Berggipfel. Noch ein Kontrast, aber ein angenehmer.
Wir haben am Anfang kurz etwas gebraucht, aber letztlich sind wir mit Albanien warm geworden.
Country Guides:
Albania