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Kolašin, Montenegro - Polarsteps

Felsenschlucht und Wintermarkt Von Cetinje aus folgen wir der M2.3 bis Podgorica, Hauptstadt Montenegros. Von hier aus geht es auf der M18/ E80 weiter nach Osten. Im Stadtteil Zlatica beginnt der erste, am dreizehnten Juli 2022 eröffnete Abschnitt, des großen Straßenbauprojekts A1. Die Autoput soll am Ende die Küstenstadt Bar mit Belgrad in Serbien verbinden. Nach einer längeren Vorgeschichte wurde 2014 ein chinesisches Bauunternehmen mit der Ausführung beauftragt. Wir wollen die landschaftlich schönere, alternative Route nehmen und sparen uns dadurch die Mautgebühr für die neue Straße. So fahren wir auf der M2 das Tal der Morača ein gutes Stück aufwärts. Unterwegs machen wir eine kurze Rast auf einer Wiese am Straßenrand, ich folge einem Schotterweg in die tief eingeschnittene Schlucht des Flusses. Die Landschaft ist gigantisch. Fini entdeckt über outdooractiv eine Wanderung in der Nähe durch den Mrtvica Canyon. Dort soll es auch Campingplätze geben, von denen wir einen versuchen zu erreichen. Die Straße führt an schroffen Felsklippen vorbei und durch dunkle Tunnel weiter nach Norden. Schließlich biegt ein schmaler, holperiger Weg links ab. Wir folgen ihm und müssen zum Teil die Luft anhalten, wenn wir nur um haaresbreite um enge Kurven herum und an steilen Böschungen vorbei kommen. Der Campingplatz am Ende wirkt dann leider Alles andere als einladend, das liegt bestimmt an dem trüben Wetter. Wir verwerfen die Wanderung und fahren weiter. Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht schauen wir uns erst den Parkplatz vor einem Kloster und dann den Rastplatz vor dem Restoran Crkvine an. Beides taugt uns nicht und so fahren wir bis auf einen verschneiten Parkplatz hinter der Turnhalle von Kolašin. Gefahren ___.___.134 km + Übertrag ___.__7.144 km = Total ___.__7.278 km Hier stehen zwei Campervans mit englischen Kennzeichen, nebenan ragt ein großes, modernes Hotel in den Winterhimmel und in der nahen Ortsmitte gibt es einen Bäcker, einen kleinen Supermarkt und eine Hand voll Verkaufsstände wie auf dem Weihnachtsmarkt. Wir richten uns wieder für eine kalte Nacht ein, haben noch eine Videokonferenz mit der Clique und lassen es dann für heute gut sein. Gegen die Kälte stelle ich mir heute noch ein malziges Schwarzbier auf den Herd, mit etwas Honig verfeinert ist das ein Gedicht. Am nächsten Morgen komme ich kurz mit den Engländern ins Gespräch, das eine Pärchen ist schon fast zwei Wochen hier am Platz. Sie sind ganz begeistert vom nahegelegenen Skigebiet und wollen heute wieder dahin. Das klingt interessant. Wir frühstücken und sind noch unschlüssig, was wir heute machen wollen. Um frische Luft zu schnappen und mir die Füße zu verzreten spaziere ich einmal durch die Ortsmitte. Am Markplatz tummeln sich ein paar Hunde, drei Welpen sind auch dabei die neugierig um mich herum schnüffeln. Zurück am Bus überlegen wir nochmal wie wir den Wintertag verbringen wollen, machen schließlich alles abfahrbereit um das Skigebiet selbst zu erkunden. Dazu folgt ein eigener Step. Nach dem Ausflug fahren wir nochmal an den Parkplatz hinter der Turnhalle. Gestern war es bei unserer Ankunft bereits dunkel, daher sind wir am Rand der Zufahrt, unter einem Baum stehen geblieben, hier liegt kein Schnee. Heute, im Licht der untergehenden Sonne versuchen wir auf dem Platz, in der Nähe der englischen Fahrzeuge, zu drehen und eine Standort mit etwas mehr Platz vor der Tür zu finden. Dabei fahre ich Frido promt in der überfrorenen Schneedecke über einer dicken Eisschicht auf dem Asphalt fest. Da hilft nur noch der Klappspaten, etwas Schmackes und Geduld. Schließlich bekomme ich Frido wieder flott und parke der Einfachheit wegen doch wieder unter dem Baum, diesmal wenigstens in Richtung Ausfahrt und mit der Schiebetür zur Straße und nicht direkt zum Gebüsch hin, da hat sich das Eis hacken und Schnee schaufeln also gelohnt. Gefahren ___.___._27 km + Übertrag ___.__7.278 km = Total ___.__7.305 km Fini schlägt vor einen Glühwein auf dem kleinen Wintermarkt zu trinken. Das klingt gut. Im Supermarkt nebenan kaufen wir danach noch ein paar Sachen ein. Zum Abendessen machen wir uns seit langam mal wieder einen Tortilla-Auflauf mit Kidneybohnen. So geht ein abwechslungsreicher Tag zu Ende. Nach unserer zweiten Nacht in Kolašin drehe ich eine Runde mit Flips um den großen Hotelkomplex mit den wabenförmigen Fenstern. Zurück am Parkplatz sind auch die Engländer gerade draußen beschäftigt. Wir tauschen uns kurz über die weiteren Reisepläne aus. Dass der direkte Weg in den Durmitor-Nationalpark zur Zeit gesperrt sei, habe ich schon gestern erfahren. Fini und ich verschieben einen Besuch dieses Landstrichs daher und haben vor über Šavnik von Norden her zum Kloster Ostrog zu fahren. Die vier Insulaner wollen erst mal im Hotel frühstücken, fragen ob wir mitwollen, aber wir frühstücken lieber etwas sparsamer im Bus. Nachdem Frido und wir startklar sind geht es zunächst über die E65 ein Stück zurück nach Westen. Gleich hinter Kolašin sehen wir vor uns etwas auf der Straße liegen und zwei Hunde die drum herum schnüffeln. Als wir näher kommen erkennen wir, dass es ein toter Welpe ist, er muss von einem Fahrzeug erfasst worden sein. Die beiden anderen sind im gleichen Alter, offenbar seine Geschwister, die sich wahrscheinlich fragen warum das Dritte nicht weiterläuft. Unsere Stimmung durch den Schnee und das tolle, sonnige Wetter seit dem Aufstehen super, ist fürs erste im Keller.

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