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Žanjev Do, Montenegro - Polarsteps

Panorama mit Meerblick Es ist 12:00 Uhr, wir sind nach unserer Wanderung zurück bei Frido, Fini bereitet schnell ein paar Brote für die Weiterreise vor und nachdem alles aufgeräumt ist heißt es: Abfahrt. Nach wenigen Metern fängt Frido an zu jammern, die Hintertüren seien offen. Das leidige Thema begleitet uns seit Schweden. Der Sensor der Schiebetür verliert manchmal Kontakt, obwohl das Schloss fest eingerastet ist. Schon zigmal habe ich versucht die Aufnahmen zu korrigieren und nachzujustieren. Im Norden Griechenlands habe ich in einem Supermarkt eine zusätzliche (oder fehlende) Schraube gekauft um das Schloss zusätzlich zu arretieren... allerdings Alles ohne Erfolg und der Signalton der völlig unbegründet und unregelmäßig aufheult geht direkt ins Kleinhirn. Nach wenigen Metern also fahre ich gleich nochmal in einer Haltebucht raus. Mit einem Schaschlikspieß bewaffnet rücke ich der Tür auf den Leib. Der Sensor im Rahmen sitzt in einem gummiummantelten Plastikplättchen. Das Plättchen hebel ich etwas aus dem Blech, klemme den Spieß dahinter und schlage die Tür leicht entnervt zu, dass es kracht. Aber es hat geholfen, der Sensor gibt Ruhe. Etwas abseits der Parkbucht bemerkt Fini eine Bewegung im Gebüsch. Es ist ein kleiner, schmächtiger Hundewelpe. Wir gehen vorsichtig näher und er versteckt sich scheu unter den Zweigen. Fini kommt nicht drum herum ihm ausnahmsweise eine Hand voll Hundefutter hinzulegen über das er sich auch hungrig hermacht. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir wieder die M18/ E762 und folgen ihr nach Süden bis Danilovgrad. Wir wollen nicht die ganze Strecke zurück bis Podgorica fahren, sondern entscheiden uns für den Weg über die Berge. Gegen ca. 13:00 Uhr biegen wir daher auf die P23 nach Westen ab. Für die nächsten knapp sechzig Kilometer brauchen wir dann etwa zweieinhalb Stunden. Wir fahren vorbei an Čevo und wechseln an der Kafana Bjelice auf die P15, in Čekanje auf die P1. Die Strecke ist kurvig, später einspurig wegen Schnee. Nach einer engen Kehre kommt uns ein PKW entgegen, gut, dass wir nicht schneller fahren können. In die Eisen steige ich trotzdem kurz und knackig. Die beiden Einheimischen setzten ein paar Meter rückwärts bis zur nächsten Ausweichmöglichkeit. Vielen dank dafür. An einer anderen Stelle stehen vor uns auf der Straße, die hier mit Geröll und Abbruchmaterial übersät ist, ein Laster und ein Bagger. Platz um daran vorbei zu fahren gibt es nicht, also steige ich aus und gehe auf die Baustelle zu. Ein Mann kommt mir entgegen, auf gutem Englisch erklärt er, dass es gleich weiter gehe und fragt wohin wir wollen. In Richtung Kotor an die Küste sage ich, wenn die Straße passierbar ist. Er sagt ja, der Weg sei frei. Daraufhin winkt er seinem Kollegen im Bagger, der mit seinem Meisel am Ausleger anfängt die Straße zu Räumen. Wir können weiter. Ganz schön was los heute. Wenig später fahren wir kurzzeitig auf einem neu erstellen Straßenabschnitt, auch hier scheint Montenegro einiges in seine Infrastruktur zu investieren. Nach wenigen Kilometern biegen wir wieder auf die kleine, kurvige Bergstraße ab, die uns nördlich am Nationalpark Lovćen mit dem Mausoleum vorbei führt. Gegen 15:30 Uhr, nach einer abwechslungsreichen und abenteuerlichen Fahrt öffnet sich vor uns schließlich der Blick auf die Bucht von Kotor mit der gleichnamigen Stadt an ihrem Ufer. Wir machen uns an die Stellplatzsuche ober- und unterhalb der Schneegrenze, drehen eine Runde mit Flips und bleiben schließlich in einer Parkbucht bei der Horizont Bar, die leider geschlossen hat stehen. Von hier haben wir einen tollen Blick über Fjord, Berge und Adria. Gefahren ___.___.103 km + Übertrag ___.__7.461 km = Total ___.__7.564 km Die Fahrt hat mich doch mehr gefordert als gedacht, jedenfalls fühle ich mich etwas ausgelaugt und haue mich eine Stunde aufs Ohr. Fini kocht Tomaten-Feta mit Nudeln, wir machen uns einen gemütlichen Abend und genießen den Blick auf das Lichtermeer unter uns.

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