Reisetrends

Reisetrends-Report 2026: Ostasien boomt, generationsbedingte Unterschiede und Anpassung des Reiseverhaltens an eine Welt im Wandel

Year in Travel 2026

Für Polarsteps-Reisende war 2026 ein weiteres Rekordjahr – mit Milliarden von Kilometern, die in der App getrackt wurden. Für unseren „Reisetrends-Report 2026“ haben wir anonymisierte, aggregierte Reisedaten aus einer Stichprobe von drei Millionen internationalen Reisen sowie die Ergebnisse einer Befragung von Reisenden aus verschiedenen Ländern ausgewertet. Die Daten zeigen, wohin es uns 2026 zog, was unsere Reise-Entscheidungen beeinflusste und welche Trends uns 2027 erwarten.

Reisen 2026: Auf einen Blick

  • Ostasien boomt und die zentralasiatischen „Stan“-Länder entwickeln sich zu neuen Trendzielen

  • Weltpolitische Ereignisse beeinflussen, wohin Menschen reisen, aber nicht unbedingt, ob sie reisen

  • Der Klimawandel verändert die Urlaubsplanung, macht das Reisen aber nicht nachhaltiger

  • Übertourismus: Junge Menschen reden, ältere Menschen handeln

  • KI wird zu einem Instrument, das Reisenden dabei hilft, abseits der ausgetretenen Pfade neue Ziele zu entdecken

Reiseverhalten 2026: eine Generationenfrage

Wir haben 2.576 Reisende in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA befragt, um herauszufinden, was ihre Reise-Entscheidungen 2026 beeinflusst hat und welche Entwicklungen sich für 2027 abzeichnen. In allen fünf Ländern zeigt sich dabei, dass eine der deutlichsten Trennlinien das Alter ist.

Die Zahlen in diesem Abschnitt beziehen sich auf alle fünf Länder, für die jeweils rund 515 Reisende befragt wurden. Die Generationen sind wie folgt definiert: Generation Z (18–29 Jahre), Millennials (30–45 Jahre), Generation X (46–61 Jahre) und Babyboomer (62–80 Jahre).

Übertourismus und Klimawandel: Junge Menschen reden, ältere Menschen handeln

Beim Thema Übertourismus zeigen sich die Jüngeren am besorgtesten, doch es sind ältere Reisende, die eher entsprechend handeln. Fast drei Viertel der Generation Z (73 %) geben an, dass sie bei der Wahl ihres Reiseziels wahrscheinlich Orte bevorzugen würden, die nicht vom Übertourismus betroffen sind. Bei den Babyboomern sind es 60 %. Tatsächlich entschieden sich 2026 jedoch nur jeweils 4 % der Generation Z und der Millennials für ein Reiseziel, weil es weniger überlaufen war – halb so viele wie bei der Generation X und den Babyboomern (jeweils 8 %).

Auch bei den Kompromissen, die sie zur Vermeidung von Übertourismus eingehen würden, unterscheiden sich die Generationen. Ältere Reisende würden eher ihre Reisezeit ändern: Mehr als jeweils die Hälfte der Generation-X- und Babyboomer-Reisenden (56 % bzw. 55 %) würde auf Reisen in der Hauptsaison verzichten. Jüngere sind dagegen eher bereit, Abstriche beim Komfort zu machen. So würden Befragte der Generation Z mehr als doppelt so häufig wie Babyboomer auf gutes Wetter oder eine bequeme Anreise verzichten.

„Menschenmassen vermeiden zu wollen und sich am Ende doch mittendrin wiederzufinden, ist nicht zwingend ein Widerspruch – unabhängig vom Alter. So funktioniert Reisen heute“, sagt Matt Phillips, Redaktionsleiter bei Polarsteps. „Die beliebtesten Reiseziele sind aus gutem Grund so gefragt: Sie sind gut angebunden, die Reise lässt sich leicht planen und sie bieten all die Sehenswürdigkeiten, von denen viele träumen. Wer außerhalb der Hauptsaison reisen oder die ruhigeren Ecken beliebter Länder erkunden kann, trägt dazu bei, die Orte zu entlasten, die am meisten überlaufen sind.“

Auch zum Klimawandel machen sich die Jüngeren die meisten Gedanken. Drei Viertel der Generation Z (76 %) geben an, dass der Klimawandel ihre nächste Urlaubsreise beeinflussen wird. Bei den Babyboomern ist es nur die Hälfte (50 %). Jüngere Reisende passen sich zudem am ehesten an, indem sie Reiseziele mit verlässlicherem Wetter wählen und flexibler buchen. Entgegen der weitverbreiteten Annahme entscheidet sich die Generation Z jedoch nicht häufiger als andere Generationen für nachhaltigere Reiseoptionen: In allen Generationen entscheiden sich nur 6 bis 10 % für umweltfreundlichere Optionen.

Weltpolitisches Klima: Jüngere weichen auf andere Ziele aus, Ältere verzichten eher aufs Reisen

Die weltpolitischen Umstände wirken sich am stärksten auf die Reisepläne der jüngeren Generationen aus. Sie reagieren darauf, indem sie andere Reiseziele wählen: Mehr als ein Viertel der Generation Z (27 %) und der Millennials (25 %) entscheiden sich für andere internationale Reiseziele. Bei den Babyboomern sind es 14 %. Ältere Reisende geben häufiger an, dass das weltpolitische Klima ihre Pläne nicht beeinflusst (42 %). Wenn es sich jedoch auf ihre Reisepläne auswirkt, verzichten sie eher ganz auf Auslandsreisen: 19 % der Babyboomer meiden internationale Reisen vollständig – doppelt so viele wie in der Generation Z (9 %).

Generationsbedingte Unterschiede bei der Reiselust

Die Reiselust nimmt mit zunehmendem Alter ab – allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab etwa 45 Jahren bleibt sie weitgehend konstant: Generation X und Babyboomer liegen nahezu gleichauf. Mehr als die Hälfte der Generation Z (57 %) plant, 2027 häufiger zu verreisen, bei den Millennials ist es mehr als ein Drittel (36 %). Bei der Generation X und den Babyboomern sinkt der Anteil auf jeweils 19 %. Ein ähnlicher Unterschied zwischen den Generationen zeigt sich bei den Plänen, 2027 mehr Geld fürs Reisen auszugeben, und bei der Frage, wer 2026 eine Abenteuerreise gemacht hat.

In der Gruppe der unter 46-Jährigen ändern sich die Reisegewohnheiten noch. Bereits 44 % der Generation Z geben an, häufiger zu verreisen als noch vor drei Jahren. Bei der Generation X und den Babyboomern sind es jeweils 18 %. Fast die Hälfte der Babyboomer (48 %) hingegen sagt, dass sich ihre Reisegewohnheiten überhaupt nicht verändert haben.

„Das Alter prägt unser Reiseverhalten, aber auch die Nationalität spielt eine Rolle“, ergänzt Phillips. „In Großbritannien sind die Millennials fast genauso reiselustig wie die Generation Z und planen ähnlich häufig, im nächsten Jahr mehr zu reisen und mehr Geld dafür auszugeben. In Frankreich dagegen verhalten sich die Millennials eher wie die nächstältere Generation.“

Abenteuer: Junge Menschen suchen Herausforderungen, ältere Reisende Ruhe

Was Reisende am Abenteuer reizt, verändert sich mit dem Alter. Sich selbst herauszufordern, ist für 29 % der Generation Z ein wichtiges Motiv. Bei den Babyboomern sind es nur 10 %. Auch das psychische Wohlbefinden spielt für Jüngere eine größere Rolle. Die Motivation, überlaufene Reiseziele zu meiden, spielt dagegen bei der Wahl von Abenteuerreisen mit dem Alter zunehmend eine Rolle: von 4 % bei der Generation Z auf 19 % bei den Babyboomern.

Auch die Hindernisse für das Reisen auf abenteuerlichen Pfaden verschieben sich – von Zeitmangel hin zu körperlichen Einschränkungen. 47 % der Generation Z, aber nur 16 % der Babyboomer nennen fehlende Zeit als Hinderungsgrund für Abenteuerreisen. Körperliche Einschränkungen werden dagegen mit zunehmendem Alter wichtiger: Ihr Anteil steigt von 7 % auf 22 %. Jüngeren Reisenden fehlt zudem häufiger das nötige Wissen: Sie nennen Schwierigkeiten bei der Reiseplanung mehr als dreimal so oft wie Babyboomer und geben rund 60 % häufiger an, dass ihnen das nötige Selbstvertrauen fehlt.

KI und Social Media: eine neue Route zu ruhigeren Orten?

KI könnte dazu beitragen, dem Übertourismus entgegenzuwirken. Zwei Drittel der Generation Z (67 %) und der Millennials (65 %) geben an, dass sie KI wahrscheinlich nutzen würden, um weniger bekannte Reiseziele zu entdecken. Das Interesse an KI ist bei den unter 46-Jährigen ähnlich hoch, nimmt danach jedoch mit jeder Generation weiter ab: auf 46 % bei der Generation X und 27 % bei den Babyboomern.

Auch bei den sozialen Medien zeigt sich ein ähnlicher Generationenunterschied. Allerdings geht es hier nicht um die Suche nach Reisezielen, sondern ums Teilen von Reiseinhalten. Der Anteil derjenigen, die überhaupt keine Reiseinhalte teilen, steigt von 10 % bei der Generation Z auf 60 % bei den Babyboomern. Das ist der größte Unterschied zwischen den Generationen in der gesamten Umfrage.

Altersunabhängige Trends: Solo-Reisen, Spontanität und per Bahn unterwegs

Bestimmte Reisegewohnheiten sind über alle Generationen hinweg verbreitet und stellen gängige Annahmen infrage. So sind Solo-Reisen kein Jugendtrend: 14 bis 17 % jeder Generation reisen überwiegend allein. Auch spontanes Reisen ist bei Menschen jeden Alters beliebt: 24 bis 27 % jeder Generation sind ohne festen Plan unterwegs. Auch Natur (37 bis 40 %) und Kultur (21 bis 24 %) sind bei der Wahl des Reiseziels in allen Altersgruppen gleichermaßen wichtig. Und überzeugte Bahnreisende gibt es ebenso in jeder Generation: 16 bis 22 % würden sich auf jeden Fall für den Zug statt fürs Flugzeug oder Auto entscheiden.

Bei der Frage, unter welchen Bedingungen Reisende auf die Bahn umsteigen würden, zeigen sich jedoch Altersunterschiede. Für jüngere Menschen ist vor allem der Preis entscheidend: 31 % der Generation Z würden nach eigener Aussage den Zug nehmen, „wenn er günstiger wäre“. Bei den Babyboomern sind es nur 11 %. Ältere Reisende lehnen Zugreisen dagegen häufiger ab: Der Anteil derjenigen, die lieber mit dem Auto oder Flugzeug reisen würden, steigt von 10 % bei der Generation Z auf 33 % bei den Babyboomern.

„Wenn ältere Reisende Zugreisen ablehnen, liegt das in der Regel nicht am Ticketpreis“, erläutert Phillips. „Nur wenige würden auf die Bahn wechseln, selbst wenn es günstiger wäre. Wahrscheinlicher sind praktische Gründe wie das Umsteigen selbst bzw. der Umgang mit dem Gepäck. Beim gewohnten Auto oder Flugzeug zu bleiben ist dann einfacher.“

Hanson Lu / Unsplash

Globale Reisetrends: Ostasien legt zu, die USA und Südostasien verlieren, Europa bleibt stabil

Alle Prozentangaben im folgenden Abschnitt beziehen sich auf die relative Veränderung des Anteils der jeweiligen Reiseziele an allen von Polarsteps-Usern festgehaltenen Reisen im Jahresvergleich (21. September 2025 bis 20. September 2026). Die Betrachtung der Anteile statt der absoluten Zahlen trägt dem starken Wachstum von Polarsteps Rechnung.

Während die europäischen Favoriten Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland 2026 ihre Spitzenpositionen im Ranking der Polarsteps-User behaupteten, gab es die größten Veränderungen bei den weiter entfernten Reisezielen. 

Drei Entwicklungen stechen besonders hervor: Ostasien verzeichnete das stärkste Wachstum unter den Regionen mit einem nennenswerten Reiseaufkommen (+10,1 %): Hongkong (+16,9 %), China (+15,9 %) und Japan (+7,0 %) legten alle zu. Südostasien (−14,4 %) und der Nahe Osten (−18,7 %) mussten die stärksten regionalen Rückgänge allgemeiner Natur und nicht nur auf einzelne Länder beschränkt hinnehmen. Unter den einzelnen Ländern verzeichneten die USA mit −20,4 % den auffälligsten Rückgang.

Auffälligste Veränderungen 2026

Region

Relative Veränderung 2025–2026

Zentralasien

+21.9%

Ostasien

+10.1%

Nordafrika

+5.4% 

Balkanländer

−6.6% 

Australien/Neuseeland

−7.3%

Mittelamerika

−8.7% 

Südasien

−10.5%

Südamerika

−11.9%

Nordamerika

−13.2%

Südostasien

−14.4%

Naher Osten

−18.7%

Regionen mit einer Veränderung von mehr als 5 % und einem Anteil von mindestens 1 % an allen Reisen. Zentralasien wird zum Vergleich aufgeführt (geringe Ausgangsbasis).

David Peters / Unsplash

Asien: Ostasien und die „Stan“-Länder legen weiter zu, der Nahe Osten und Südostasien verlieren an Beliebtheit

Asien war 2026 der Kontinent der Extreme. Dort befinden sich sowohl die beiden weltweit am stärksten wachsenden Teilregionen – Zentralasien und Ostasien – als auch die beiden mit den stärksten Rückgängen: der Nahe Osten und Südostasien.

Hongkong (+16,9 %) verbesserte sich um zehn Plätze auf Rang 42, China (+15,9 %) um sechs Plätze auf Rang 22 und Japan (+7,0 %) um vier Plätze auf Rang 15. China legte bei Reisenden aus allen der fünf Länder (Niederlande, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, USA) unserer Befragung zu.

Zum zweiten Mal in Folge verzeichneten die „Stan“-Länder in Zentralasien die stärkste relative Zunahme weltweit. Kirgisistan verzeichnet das größte Wachstum (+32,2 %), gefolgt von Kasachstan (+19,2 %), Usbekistan (+18,2 %) und Tadschikistan (+16,5 %). Die Region hat zwar weiterhin einen geringen Anteil am gesamten Reiseaufkommen, doch das Wachstum ist bemerkenswert.

Der Nahe Osten verzeichnete den größten Abwärtstrend. Katar (−33,9 %) rutschte 14 Plätze ab, die Vereinigten Arabischen Emirate (−29,1 %) acht. Beide Länder hatten lange als Drehkreuze für Zwischenstopps auf Routen nach Asien und die Pazifikregion profitiert und waren von den Konflikten in der Region besonders stark betroffen.

Auch Südostasien verlor flächendeckend an Beliebtheit. Kambodscha (−30,5 %), Laos (−21,6 %), Indonesien (−18,6 %) und Singapur (−12,6 %) verzeichneten allesamt Rückgänge. Vietnam (−5,5 %) hielt sich noch am besten. Thailand (−11,9 %) fiel um einen Platz auf Rang 10 zurück, bleibt aber das einzige asiatische Land unter den zehn beliebtesten Polarsteps-Reisezielen weltweit.

„Gute Erreichbarkeit und Abenteuerlust prägten Asienreisen in diesem Jahr“, so der Reise-Experte Phillips. „China und weite Teile Zentralasiens lassen sich leichter bereisen – dank visumfreier Einreise für viele Europäer und mehr Direktflügen. Besonders die Stan-Länder ziehen Reisende an, die auf der Suche nach neuen, noch wenig erschlossenen Reisezielen sind. Südostasien hingegen, wo viele Reiserouten über die Golfregion führen, war deutlich anfälliger für Störungen.“

Trevor Hayes / Unsplash

Nord- und Südamerika: Der Abwärtstrend in den USA nimmt zu

Für die USA setzte sich der Abwärtstrend aus dem letzten Jahr fort. Ihr Anteil an den in der Polarsteps-App festgehaltenen Reisen sank um 20,4 % und das Land fiel im globalen Ranking von Platz 8 auf Platz 9 zurück. Am stärksten war der Rückgang bei Reisenden aus den Niederlanden (−26,0 %) und Deutschland (−22,0 %). Bei französischen (−14,6 %) und britischen Reisenden (−6,4 %) war der Rückgang weniger stark ausgeprägt.

Nordamerika verlor insgesamt 13,2 % seines Anteils. Kanada (+5,0 %) stemmte sich jedoch gegen diesen Trend und verbesserte sich um vier Plätze auf Rang 21. Auch alle anderen Teilregionen Amerikas verzeichneten Rückgänge: Südamerika (−11,9 %), Mittelamerika (−8,7 %) und die Karibik (−4,0 %).

Europa hält sich, abgesehen von den Balkanländern

Europa erwies sich als bemerkenswert stabil. Die drei größten Teilregionen – Mitteleuropa, Westeuropa und Südeuropa – verzeichneten praktisch keine Veränderungen in ihrer Beliebtheit als Reiseziele.

Die großen europäischen Reiseziele konnten ihre Position sogar stärken. Deutschland (+2,5 %), Österreich (+1,9 %) und Italien (+1,8 %) steigerten ihren Anteil an den festgehaltenen Reisen. Portugal verbesserte sich um zwei Plätze und schaffte es damit unter die zehn beliebtesten Reiseziele weltweit. Luxemburg verzeichnete unter den europäischen Ländern mit einem nennenswerten Anteil an Reisen den größten Zuwachs (+5,7 %) und kletterte um drei Plätze auf Rang 27.

Für den Balkan, eine der Aufsteigerregionen des Vorjahres, ließ die Dynamik nach. Südosteuropa verlor 6,6 % seines Anteils, wobei Kroatien (−10,9 %) maßgeblich zu diesem Rückgang beitrug. Auch die Niederlande (−4,1 %) verzeichneten einen leichten Rückgang, während Nordeuropa (−1,8 %) geringfügig an Beliebtheit verlor.

Mo Gabrail / Unsplash

Afrika: Nordafrika an der Spitze

Nordafrika war das zweite Jahr in Folge die wachstumsstärkste Region Afrikas und steigerte seinen Anteil um 5,4 %. Ägypten (+9,7 %) verbesserte sich um sechs Plätze auf Rang 45, Marokko (+5,5 %) um drei Plätze auf Rang 23. Marokko bleibt das meistbesuchte Land Afrikas, gefolgt von Südafrika und Ägypten. Das südliche Afrika verzeichnete einen leichten Zuwachs, während West- und Ostafrika weitgehend stabil blieben.

Ozeanien: Fernreisen lassen nach

Ozeanien gehört zu den Fernreisezielen im Abwärtstrend: Australien und Neuseeland (−7,3 %) sowie die Pazifikinseln (−5,2 %) verloren jeweils an Anteil. Britische Reisende bildeten eine Ausnahme: In ihrem Ranking verbesserte sich Neuseeland um zwei Plätze.

So reisten Deutsche 2026

2026 zog es deutsche Reisende vor allem in die Berge, an die Seen und in die europäischen Nachbarländer. Italien löste Frankreich als meistbesuchtes Reiseziel ab. Der Nahe Osten, die USA und Südostasien verloren dagegen an Beliebtheit.

Die zehn beliebtesten Reiseziele der Deutschen

2025-Platzierung in Klammern

  1. Italien (2)

  2. Frankreich (1)

  3. Österreich (4)

  4. Spanien (3)

  5. Niederlande (5)

  6. Dänemark (6)

  7. Schweiz (7)

  8. Schweden (8)

  9. Norwegen (9)

  10. Portugal (11)

Italien (+5,0 %) löste Frankreich als beliebtestes deutsches Reiseziel ab. Österreich überholte Spanien und rückte auf Platz drei vor, Portugal schaffte es neu in die Top 10. Die zehn Länder, in die Deutsche am meisten reisten, sind ausnahmslos europäisch, einschließlich drei skandinavische Länder.

Die größten Gewinner: China, Südafrika und Luxemburg

Innerhalb der Gruppe der größeren Länder, in die Deutsche reisten, legte China am meisten zu (+15,7 %) und stieg um drei Plätze auf Rang 29, dicht gefolgt von Südafrika (+15,4%), das vier Plätze nach oben kletterte und auf Rang 30 der beliebtesten Ziele deutscher Reisender landete. Kanada und Marokko legten jeweils um fast 10 % zu, und Japan (+4,5 %) verbesserte sich um drei Plätze auf Rang 23. In der (mehr oder weniger) unmittelbaren Nachbarschaft verbesserten Luxemburg (10,0 %), Slowenien, Tschechien und die Schweiz jeweils ihre Anteile.

Die größten Verlierer: Katar, USA und die Vereinigten Arabischen Emirate

Katar (−32,5 %) fiel um zehn Plätze auf Rang 38 und die Vereinigten Arabischen Emirate (−19,5 %) um vier Plätze auf Rang 25. Die USA (−22,0 %) rutschten auf Rang 13 ab. In Südostasien verzeichnete Indonesien (−18,7 %) den stärksten Rückgang, gefolgt von Malaysia, Singapur und Thailand. In Europa verloren Kroatien und Norwegen jeweils rund 5 %.

Regionale Verschiebungen: Ostasien und das südliche Afrika im Aufwind

Ostasien verzeichnete das stärkste Wachstum (+10,5 %) unter den etablierteren Zielregionen deutscher Reisender. Auch das südliche Afrika schnitt gut ab, allen voran Südafrika. Mitteleuropa behauptete sich als Reiseregion, mit Österreich, Tschechien und Slowenien als Zugpferden. Westeuropa legte leicht zu. Zentralasien wuchs am stärksten von allen Regionen, hat allerdings weiterhin nur einen sehr geringen Anteil an den festgehaltenen Reisen.

Der Nahe Osten verzeichnete den stärksten Rückgang aller größeren Reiseregionen, gefolgt von Nordamerika und Südostasien.

Ziele deutscher Reisender: auffälligste Veränderungen 2026

Region

Relative Veränderung 2025–2026

Zentralasien

+19.8%

Ostasien

+10.5%

Südliches Afrika

+8.1%

Karibik

-5.9%

Australien/Neuseeland

-7.1%

Südamerika

−7.8%

Südostasien

−12.1%

Nordamerika

−13.5%

Naher Osten

−14.8%

Regionen mit einer Veränderung von mehr als 5 % und einem Anteil von mindestens 1 % an allen Reisen. Zentralasien wird zum Vergleich aufgeführt (geringe Ausgangsbasis).

Deutsche Reise-DNA: Motivation und Perspektiven

Um die Beweggründe hinter diesen Trends besser zu verstehen, haben wir neben Reisenden aus den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und den USA auch mehr als 500 deutsche Reisende befragt. Deutschland ist von den fünf untersuchten Ländern das Land, in dem Natur bei der Wahl des Reiseziels die größte Rolle spielt und Menschen am ehesten bereit sind, bei ihren Reisen Kompromisse einzugehen.

Klimawandel: Fokus auf Reise-Risikomanagement

Sechs von zehn deutschen Reisenden (62 %) geben an, dass der Klimawandel ihre nächste Urlaubsreise beeinflussen wird. Der Fokus liegt dabei darauf, das Risiko möglicher Beeinträchtigungen zu verringern. Nur 10 % würden sich für ein anderes Reiseziel entscheiden – der niedrigste Wert aller untersuchten Länder. Am häufigsten würden Deutsche zu einer anderen Jahreszeit reisen (21 %) oder flexiblere Buchungsoptionen wählen, um Stornierungen zu vermeiden. Mit 19 % hat Deutschland hier den höchsten Wert aller Länder. Männer geben deutlich häufiger als Frauen an, dass der Klimawandel ihre Reisepläne nicht beeinflussen wird (33 % gegenüber 20 %).

„In Deutschland machen sich alle Generationen Gedanken über den Klimawandel“, so Phillips, Redaktionsleiter bei Polarsteps. „Ältere Reisende in Deutschland geben fast genauso häufig wie jüngere an, dass der Klimawandel ihre nächste Reise beeinflussen wird. Der Unterschied zwischen den Altersgruppen ist hier so gering wie in keinem anderen der untersuchten Länder. Statt auf ihre Lieblingsziele zu verzichten, versuchen deutsche Reisende, die Risiken zu begrenzen: Sie buchen flexibler und wählen bewusst den Reisezeitpunkt.“

Weltpolitisches Klima: Ältere Reisende schränken Auslandsreisen am ehesten ein

Vier von zehn deutschen Reisenden (40 %) geben an, dass sich das weltpolitische Klima nicht auf ihre Auslandsreisen ausgewirkt hat. Diejenigen, die davon beeinflusst werden, entscheiden sich meist für andere Reiseziele (23 %) oder reisen seltener ins Ausland (18 %, der höchste Wert aller untersuchten Länder). 9 % verzichten ganz auf Auslandsreisen. Bei den Babyboomern ist die Zurückhaltung am stärksten ausgeprägt: 26 % verreisen seltener ins Ausland, verglichen mit 7 % der niederländischen Babyboomer. 14 % dieser Generation verzichten sogar ganz auf internationale Reisen.

Wachstum: deutliche Unterschiede zwischen den Generationen

Laut unserer Befragung werden Deutsche im nächsten Jahr nur moderat mehr reisen. Ein Viertel der deutschen Reisenden (25 %) plant, 2027 häufiger zu reisen, während 10 % weniger oder gar nicht reisen wollen. Die Differenz beträgt 15 Prozentpunkte – verglichen mit dem höchsten Wert aller untersuchten Länder von 33 Prozentpunkten in Großbritannien und nur 6 Prozentpunkten in Frankreich. Bei den Reiseausgaben planen 32 % eine Erhöhung, während 11 % weniger ausgeben wollen. Hier beträgt die Differenz 21 Prozentpunkte.

Bei den Generationen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Die Generation Z in Deutschland ist die reiselustigste Gruppe in allen untersuchten Ländern: 65 % planen für 2027 mehr Reisen. Bei den deutschen Babyboomern sind das nur 13 %. Etwas mehr (15 %) planen, seltener oder gar nicht zu reisen.

Bei Abenteuerreisen zeigt sich in Deutschland die deutlichste Trennlinie zwischen den Altersgruppen unter und über 45 Jahren aller fünf untersuchten Länder: 80–83 % der unter 46-Jährigen haben 2026 eine Abenteuerreise unternommen, gegenüber 55 bis 57 % der über 46-Jährigen.

„In Deutschland gibt es zwei verschiedene Reisedynamiken“, so Phillips. „Die jüngsten Reisenden sind im Vergleich zu allen anderen Befragten in allen fünf Ländern die reiselustigste Gruppe und die unter 46-Jährigen sind deutlich häufiger auf Abenteuerreisen unterwegs als ältere Deutsche. In keinem anderen Land ist der Unterschied zwischen den jüngsten und ältesten Reisenden so groß.“

Übertourismus: Deutsche am ehesten bereit, Kompromisse einzugehen

Bei zwei Drittel der deutschen Reisenden (65 %) ist es wahrscheinlich, dass sie ihr Reiseziel unter dem Aspekt „Vermeidung von Übertourismus“ wählen würden. Am ausgeprägtesten ist diese Bereitschaft bei den Millennials (74 %). Auch bei konkreten Kompromissen sind deutsche Reisende bereitwilliger als Reisende in allen anderen untersuchten Ländern. Nur 8 % würden nichts an ihren Reisegewohnheiten ändern, um Übertourismus zu vermeiden. 59 % würden dagegen auf Reisen in der Hauptsaison verzichten, 44 % auf eine luxuriöse Unterkunft. Am kompromissbereitesten sind die älteren Reisenden: 71 % der Babyboomer würden die Hauptsaison meiden.

„Ältere Reisende können die Hauptsaison oft am besten umgehen“, kommentiert Phillips. „Sie sind nicht an Schulferien und feste Arbeitszeiten gebunden und können reisen, wenn die Reiseziele weniger überlaufen sind. Viele geben an, dass sie dazu auch bereit wären.“

Wie in allen untersuchten Ländern haben bisher allerdings nur wenige Taten auf die Worte folgen lassen: Nur 7 % der deutschen Reisenden nannten weniger Massentourismus als Grund für die Wahl ihres Reiseziels 2026.

Naturerlebnisse: das prägende Reisemotiv für deutsche Reisende

Natur spielt bei den Ergebnissen für den deutschen Markt immer wieder eine wichtige Rolle. Bei der Wahl des Reiseziels ist sie mit 49 % der wichtigste Faktor – und liegt damit deutlich vor Großbritannien (32 %) und den USA (25 %). Bei Abenteuerreisen liegt sie als Motiv gleichauf mit dem Wunsch, dem Alltag zu entfliehen (jeweils 48 %). An abgelegene Orte inmitten der Natur zu reisen, ist zudem die am häufigsten genannte Art von Abenteuerreisen (26 %).

Mit zunehmendem Alter werden Naturerlebnisse wichtiger: Für 54 % der Angehörigen der Generation X und der Babyboomer sind sie ein entscheidender Faktor für die Wahl des Reiseziels. Bei der Generation Z sind es dagegen nur 32 %. Jüngere deutsche Reisende achten bei der Wahl ihres Reiseziels stärker auf den Preis (49 %) und das kulinarische Angebot (34 %).

Deutsche Reisende sind auch die größten Wellness-Fans. 19 % haben 2026 eine Wellnessreise unternommen – mehr als in jedem anderen Land. Besonders beliebt sind Wellnessreisen für Alleinreisende bei Frauen (33 % gegenüber 14 % bei Männern).

Deutsche Generation Z: Großstadtfans in einem naturverbundenen Land

Die deutsche Generation Z unternimmt häufiger Städtetrips als jede andere Generation in allen untersuchten Ländern. Das steht in deutlichem Kontrast zur Naturverbundenheit der Deutschen insgesamt. Drei Viertel (76 %) der unter 30-Jährigen haben 2026 eine Städtereise unternommen. Damit liegen sie vor der Generation Z in Großbritannien (68 %), den Niederlanden (57 %), den USA (54 %) und Frankreich (43 %).

Abenteuerreisen: Zeit und Geld als Hinderungsgründe

47 % der deutschen Abenteuerreisenden interessieren sich stärker für diese Reiseart als noch vor drei Jahren. Bei der Generation Z sind es sogar 75 %. Das größte Hindernis sind die Kosten (61 %). Zeitmangel wird in Deutschland allerdings mehr als in allen anderen untersuchten Ländern als Hinderungsgrund angegeben: 44 % der Abenteuerreisenden geben an, dass ihnen die Zeit fehlt. Bei den Millennials sind es sogar 52 %. Bei Angehörigen der Generation Z spielen mangelnde Erfahrung, mangelndes Selbstvertrauen und Schwierigkeiten bei der Reiseplanung eine Rolle. Bei Babyboomern sind es dagegen häufiger Sicherheitsbedenken und körperliche Einschränkungen, die zum Tragen kommen.

KI: Deutsche mit der größten Offenheit

Deutsche Reisende stehen dem Einsatz von KI offener gegenüber als Reisende in allen anderen untersuchten Ländern. Mehr als die Hälfte (57 %) würde KI nutzen, um weniger bekannte Reiseziele zu entdecken. Nur 18 % schließen dies weitgehend aus. Diese Offenheit reicht in Deutschland auch stärker in die älteren Generationen hinein als anderswo: 58 % der Generation X würden KI nutzen, gegenüber 35 % in Großbritannien.

Über Polarsteps

Polarsteps zählt zu Europas wachstumsstärksten jungen Unternehmen. Seine marktführende Reise-App hilft mehr als 23 Millionen Reisenden weltweit dabei, ihre Abenteuer zu planen, zu tracken und noch mal zu erleben. Mit wegweisender Technologie und innovativem Design ermöglicht die All-in-one-App die Reiseplanung, das Tracking der Reiseroute in Echtzeit und eine neue Art, Reise-Erlebnisse zu teilen. Bei Polarsteps mit dem Hauptsitz in Amsterdam arbeitet ein internationales Team aus mehr als 100 reisebegeisterten Mitarbeitenden daran, die App zum unverzichtbaren Begleiter für die Globetrotter von heute zu machen – vor, während und nach der Reise.

Unsere Daten

Die Befragung der Reisenden für den Polarsteps Reisetrends-Report 2026 wurde im September 2026 von Dynata durchgeführt, einer der weltweit größten Plattformen für First-Party-Daten und -Informationen. Befragt wurden 2.576 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren, die 2026 mindestens eine Urlaubsreise unternommen hatten. Die Befragten verteilten sich gleichmäßig auf fünf Länder: die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Die Generationen sind wie folgt definiert: Generation Z (18–29 Jahre), Millennials (30–45 Jahre), Generation X (46–61 Jahre) und Babyboomer (62–80 Jahre).

Die Reisezieltrends basieren auf anonymisierten, aggregierten Daten aus einer Stichprobe von drei Millionen Reisen, die in der Polarsteps-App festgehalten wurden. Verglichen wird der Anteil der getrackten Reisen mit dem jeweiligen Reiseziel in den zwölf Monaten bis zum 20. September 2026 mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

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